Leben mit Demenz – Wissen, das hilft. Begegnungen, die stärken – Rückblick auf die Woche der Demenz

Im Rahmen der Woche der Demenz wurde im Quartiersbüro Eibenstock am 24. September zu einem besonderen Nachmittag rund um das Thema Demenz eingeladen. Unter dem Motto „Leben mit Demenz – Wissen, das hilft. Begegnungen, die stärken.“ kamen Menschen mit Demenz, Angehörige, Interessierte und Unterstützende zusammen, um sich zu informieren, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Im Mittelpunkt standen dabei drei Fragen:

Wie verändert Demenz den Alltag von Betroffenen und ihren Familien? Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es vor Ort? Und was hilft im täglichen Umgang mit der Erkrankung?

Neben verständlichen Informationen über Demenz ging es deshalb ganz bewusst um die Situationen, die Familien im Alltag tatsächlich erleben. Wie gehe ich damit um, wenn ein Mensch mit Demenz immer wieder dieselbe Frage stellt? Was kann hinter Unruhe oder scheinbar widersprüchlichem Verhalten stecken? Und wie kann ich unterstützen, ohne dem anderen seine Selbstständigkeit zu nehmen?

Ein wichtiger Bestandteil des Nachmittags war auch der persönliche Austausch. Denn schnell wurde deutlich: Demenz betrifft nicht nur den erkrankten Menschen – sie verändert das Leben der ganzen Familie. Angehörige übernehmen häufig neue Aufgaben, organisieren Arztbesuche und Pflege, kümmern sich um Sicherheit und Alltag und müssen gleichzeitig lernen, mit Veränderungen in der Beziehung umzugehen.

 

Vorsorge ist ein wichtiger Teil der Begleitung

Dass Unterstützung bei Demenz nicht erst dann beginnt, wenn der Pflegealltag schwierig wird, zeigte bereits die Veranstaltung in der Woche zuvor. Herr Radoi vom Betreuungsverein Aue-Schwarzenberg e.V. war im Quartiersbüro zu Gast und informierte über Betreuungsrecht, Vorsorgevollmacht und weitere Möglichkeiten der persönlichen Vorsorge.

Gerade für Menschen mit einer  Demenzerkrankung und deren Angehörige ist es wichtig, lange vor Erkrankungsbeginn gut vorgesorgt zu haben. Solange die eigene Entscheidungsfähigkeit noch vorhanden ist, können persönliche Wünsche festgehalten und Vertrauenspersonen für bestimmte Bereiche benannt werden. Das schafft Orientierung für die Betroffenen und kann auch Angehörigen Sicherheit geben, wenn Entscheidungen später nicht mehr selbst getroffen werden können.

Damit wurde deutlich: Demenzbegleitung bedeutet nicht nur, den Alltag heute gut zu gestalten. Sie bedeutet auch, gemeinsam rechtzeitig darüber nachzudenken, was morgen wichtig sein könnte.

 

Der Wunsch nach Austausch wurde deutlich

Besonders wertvoll waren die vielen persönlichen Gespräche während der Veranstaltung. Dabei zeigte sich auch ein weiterer Bedarf: Angehörige wünschen sich einen geschützten Rahmen, in dem sie sich regelmäßig mit anderen Menschen in einer ähnlichen Situation austauschen können.

Nicht nur Informationen, sondern auch das Gefühl, mit den eigenen Fragen, Sorgen und Erfahrungen nicht allein zu sein, wurde als wichtig wahrgenommen.

Aus den Gesprächen entstand deshalb die Idee, im Quartiersbüro künftig möglicherweise eine Austausch- bzw. Angehörigengruppe für Menschen, die einen Angehörigen mit Demenz oder Pflegebedarf begleiten, aufzubauen.

Wie ein solches Angebot konkret aussehen kann, soll gemeinsam mit Interessierten entwickelt werden. Denn im Mittelpunkt soll stehen, was Angehörige tatsächlich brauchen: Austausch auf Augenhöhe, gegenseitige Unterstützung, praktische Informationen und Raum für die eigenen Erfahrungen.

Interessenten an einer solchen Austauschgruppe können sich gerne bei Jeanine Seifert im Quartiersbüro melden!
📞 017613775561 oder 037752/692936
📧 jeanine.seifert@diakoniestation-eibenstock.de

Der Nachmittag hat vor allem eines gezeigt: Wissen kann Sicherheit geben. Begegnungen können entlasten. Und gemeinsam lässt sich vieles leichter tragen.